Aslan musste operiert werden! 205€/800€. Mehr dazu unter "Tiernotfälle"
Bei Interesse an einem unserer Hunde können Sie uns entweder per E-Mail oder telefonisch kontaktieren.
Im ersten Schritt bitten wir euch, unsere Selbstauskunft vollständig auszufüllen. So erhalten wir einen ersten Eindruck von euch, eurem Zuhause und den Lebensbedingungen, die unseren Hund erwarten würden.
Anschließend rufen Sie bitte ab 19 Uhr an und wir besprechen gemeinsam alle weiteren Schritte.
Die von uns aufgenommenen Hunde stammen überwiegend aus schlechter Haltung, Tötungsstationen oder behördlichen Sicherstellungen oder wurden als Fundhunde auf der Straße aufgegriffen. Viele von ihnen haben eine Vorgeschichte, über die uns nur wenige oder gar keine Informationen vorliegen.
Nach ihrer Aufnahme werden die Hunde nach bestem Wissen und Gewissen versorgt und tierärztlich betreut. Notwendige Untersuchungen und Behandlungen werden durchgeführt. Der Gesundheitszustand und die weitere Entwicklung unserer Hunde werden bis zum Tag der Ausreise aufmerksam begleitet.
Trotz aller Sorgfalt können wir jedoch keine Garantie dafür übernehmen, dass nach der Übernahme keine bislang unerkannten oder erst später auftretenden Erkrankungen festgestellt werden und ein weiterer Tierarztbesuch notwendig wird.
Viele dieser Hunde haben in ihrem bisherigen Leben erhebliche Vernachlässigung und schlechte Haltungsbedingungen erfahren. Manche wurden vor ihrer Aufnahme möglicherweise niemals tierärztlich untersucht oder ausreichend medizinisch versorgt. Bei Welpen kann zudem eine unzureichende Versorgung mit mütterlichen Antikörpern eine Rolle spielen, beispielsweise wenn sie zu früh von der Mutter getrennt wurden oder nicht ausreichend Kolostrum, also die besonders antikörperreiche erste Muttermilch, aufnehmen konnten. Solche Faktoren können gesundheitliche Folgen haben, die trotz sorgfältiger tierärztlicher Untersuchung nicht immer unmittelbar erkennbar sind.
Auch eine gründliche tierärztliche Untersuchung stellt immer nur eine Beurteilung des Gesundheitszustandes zum jeweiligen Zeitpunkt dar. Nicht jede Erkrankung verursacht bereits erkennbare Symptome oder lässt sich im Rahmen einer routinemäßigen Untersuchung feststellen.
Bitte überlegen Sie sich deshalb vor einer Adoption sehr bewusst, ob Sie bereit sind, einem dieser Hunde nicht nur ein Zuhause, sondern auch die notwendige Verantwortung für seine weitere gesundheitliche Versorgung zu geben.
Unsere Hunde haben sich ihre Vergangenheit nicht ausgesucht. Sie verdienen die Chance auf ein sicheres, liebevolles und erfülltes Hundeleben. Zu dieser Chance gehört aber auch die Bereitschaft, für sie da zu sein, wenn nach der Adoption gesundheitliche Probleme auftreten und weitere tierärztliche Untersuchungen oder Behandlungen notwendig werden.
Wir tun vor der Ausreise alles, was nach bestem Wissen, tierärztlicher Einschätzung und mit den uns zur Verfügung stehenden diagnostischen Möglichkeiten notwendig und sinnvoll ist.
Eine Garantie auf lebenslange Gesundheit kann es bei einem Lebewesen jedoch niemals geben.
Ein Hund ist keine Bestellung.
Die Entscheidung für einen Hund bedeutet Verantwortung für ein ganzes Leben.
Wer sich für einen unserer Hunde interessiert, soll von Anfang an wissen, wie wir arbeiten und warum wir bei der Auswahl eines zukünftigen Zuhauses sehr genau hinschauen.
Auf unserer Paradise of Dogs LebensRanch leben Hunde mit völlig unterschiedlichen Charakteren, genetischen Dispositionen und Vorgeschichten. Manche wurden aus Tötungsstationen gerettet, andere aus schlechter Haltung übernommen, ausgesetzt oder von ihren ehemaligen Haltern abgegeben. Bei einigen kennen wir Teile ihrer Vorgeschichte, bei anderen liegen uns darüber kaum verlässliche Informationen vor.
Genau deshalb nehme ich mir nicht heraus, einen Hund anhand einiger Bilder und weniger Momentaufnahmen als „perfekten Familienhund“ darzustellen.
Ich gebe meine Hunde nicht einfach irgendwohin. Ich suche den Menschen, dem ich sie guten Gewissens anvertrauen kann.
Verantwortungsvoller Tierschutz bedeutet für mich nicht, möglichst viele Hunde möglichst schnell in ein Zuhause zu bringen. Es bedeutet, jeden einzelnen Hund individuell zu beurteilen und einen Lebensplatz zu finden, der langfristig zu seinem Charakter, seinem Sozialverhalten, seinen Bedürfnissen und seinen individuellen Voraussetzungen passt.
Unsere Einschätzung der Hunde
Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit auf der LebensRanch ist die Rudelhaltung.
Sie ermöglicht uns, unsere Hunde über einen längeren Zeitraum in unterschiedlichen sozialen Situationen zu beobachten. Eine fundierte Einschätzung des Sozialverhaltens besteht für mich nicht aus einem einfachen „verträglich“ oder „unverträglich“.
Wir beobachten unter anderem die innerartliche Kommunikation und Körpersprache, das Distanz- und Konfliktverhalten, die Frustrationstoleranz, das Ressourcenverhalten, die Impulskontrolle, das Spielverhalten sowie den Umgang mit unterschiedlichen Hundetypen und Charakteren.
Ebenso beobachten wir das Verhalten gegenüber Menschen. Dazu gehören beispielsweise Kontaktaufnahme, Bindungsverhalten, Nähe- und Distanzverhalten, Berührungstoleranz, Reaktionen auf Umweltreize sowie der Umgang mit neuen oder ungewohnten Situationen.
Diese kontinuierliche Verhaltensbeobachtung gibt uns viele wertvolle Informationen über den einzelnen Hund.
Trotzdem ist eine hundertprozentige Verhaltensprognose niemals seriös möglich.
Ein Wechsel des Lebensumfeldes bedeutet für einen Hund eine erhebliche Veränderung seiner bisherigen Lebensbedingungen. Neue Bezugspersonen, andere Umweltreize, neue Tagesstrukturen und der Verlust der bisher vertrauten sozialen Strukturen können Einfluss auf sein Verhalten nehmen.
Deshalb beruhen unsere Einschätzungen immer auf den Beobachtungen und Erfahrungen, die wir mit dem jeweiligen Hund bei uns tatsächlich gemacht haben.
Wir versprechen nichts, was fachlich nicht verlässlich vorhergesagt werden kann.
Eine Verträglichkeit mit Katzen, Geflügel, Pferden oder anderen Tierarten können wir bei uns nicht testen. Zufällige oder kurzfristige Begegnungen stellen für uns keine seriöse Grundlage dar, um daraus eine belastbare Prognose für ein späteres Zusammenleben abzuleiten.
Die Selbstauskunft
Am Anfang steht bei uns die Selbstauskunft.
Sie ist keine lästige Formalität, sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer Entscheidungsfindung.
Wir möchten die zukünftigen Haltungs- und Lebensbedingungen kennenlernen. Dazu gehören unter anderem die Wohnsituation, bereits vorhandene Tiere, Hundeerfahrung, berufliche beziehungsweise zeitliche Rahmenbedingungen, die familiäre Situation und die Erwartungen an den zukünftigen Hund.
Denn genau hier können später Probleme entstehen:
Ein Mensch verliebt sich in ein Foto und entwickelt möglicherweise bereits eine Vorstellung davon, wie dieser Hund sein wird.
Aber hinter diesem Foto steht ein individuelles Lebewesen mit eigener Persönlichkeit, genetischen Anlagen, Erfahrungen und Bedürfnissen.
Deshalb interessiert mich nicht nur, ob jemand einen Hund haben möchte.
Ich möchte wissen, ob genau dieser Mensch und genau dieser Hund langfristig zusammenpassen.
Bitte beantworten Sie unsere Fragen deshalb ehrlich und ausführlich.
Niemand muss uns einen perfekten Lebenslauf präsentieren.
Mit Ehrlichkeit können wir arbeiten. Mit falschen Angaben nicht.
Das persönliche Gespräch
Nach der Selbstauskunft folgt ein persönliches Gespräch.
Dabei sprechen wir offen über die bekannten Charaktereigenschaften des Hundes, sein bisher beobachtetes Verhalten, seine individuellen Bedürfnisse und gegebenenfalls bestehende Besonderheiten.
Ich spreche dabei auch Dinge an, die ein Interessent vielleicht nicht unbedingt hören möchte.
Zeigt ein Hund ausgeprägtes Jagdverhalten, wird das kommuniziert.
Zeigt er Auffälligkeiten im Ressourcenverhalten, wird auch das angesprochen.
Benötigt ein Hund besonders klare Strukturen, zeigt Unsicherheiten oder ist aufgrund seiner individuellen Eigenschaften nicht für Hundeanfänger geeignet, wird dies ebenfalls offen gesagt.
Und wenn ich zu der Einschätzung komme, dass ein bestimmter Hund nicht zu einem Interessenten oder dessen Lebensbedingungen passt, dann sage ich auch das.
Meine Aufgabe besteht nicht darin, einen Hund schönzureden, damit er möglichst schnell ein Zuhause findet. Meine Verantwortung besteht darin, meinen Hund zu schützen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass auch der zukünftige Mensch mit dieser Entscheidung langfristig glücklich werden kann.
Die Vorkontrolle
Bevor wir einen unserer Hunde endgültig einem neuen Menschen anvertrauen, erfolgt eine Vorkontrolle beziehungsweise ein Vorbesuch.
Dabei geht es nicht darum, zu beurteilen, ob eine Wohnung perfekt aufgeräumt ist.
Wir möchten die zukünftigen Haltungsbedingungen kennenlernen und feststellen, ob die Angaben aus der Selbstauskunft mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen.
Gleichzeitig bietet dieser Termin die Möglichkeit, offene Fragen zu Haltung, Eingewöhnung, Sicherheitsmanagement und den individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Hundes zu besprechen.
Eine positive Vorkontrolle bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jeder gewünschte Hund in dieses Zuhause einziehen wird.
Entscheidend bleibt immer:
Passt genau dieser Hund mit seinen individuellen Eigenschaften in genau dieses Lebensumfeld?
Kinder und Tierschutzhunde
Bei Familien mit Kindern schauen wir besonders genau hin.
Bei vielen unserer Hunde ist die Vorgeschichte nur teilweise oder überhaupt nicht bekannt. Deshalb können wir nicht automatisch wissen, welche Erfahrungen ein Hund in seinem bisherigen Leben mit Kindern gemacht hat.
Auch die Bezeichnung „kinderlieb“ muss differenziert betrachtet werden.
Ein Hund kann grundsätzlich positiv auf Kinder reagieren und dennoch durch schnelle Bewegungen, Lautstärke, engen Körperkontakt, bedrängende Situationen oder fehlende Rückzugsmöglichkeiten überfordert werden.
Deshalb berücksichtigen wir bei unserer Einschätzung sowohl Alter und Verhalten der Kinder als auch Temperament, Reizschwelle, Belastbarkeit und das bei uns beobachtete Verhalten des jeweiligen Hundes.
Jeder Fall wird individuell beurteilt.
Die Sicherheit von Mensch und Hund steht dabei immer an erster Stelle.
Unsere Grundsätze
Unsere Hunde geben wir nicht in Zwingerhaltung, Kettenhaltung oder in eine ausschließliche Außenhaltung ohne entsprechenden Sozial- und Familienanschluss.
Der Hund soll Bestandteil des Lebens seiner zukünftigen Menschen sein.
Gleichzeitig bedeutet eine bedürfnisgerechte Haltung nicht für jeden Hund dasselbe.
Ein Dackel stellt andere Anforderungen an seine Halter als ein Husky. Ein Herdenschutzhund verfügt aufgrund seiner ursprünglichen Zuchtselektion über andere genetisch verankerte Verhaltensdispositionen als ein klassischer Gesellschafts- oder Begleithund.
Genetische und rassetypische Eigenschaften verschwinden nicht dadurch, dass ein Hund geliebt wird.
Gerade bei ursprünglichen, nordischen, selbstständig arbeitenden oder territorial veranlagten Rassen sind Erfahrung, Management, klare Strukturen, Konsequenz und ein fundiertes Verständnis des jeweiligen rassetypischen Verhaltens besonders wichtig.
Liebe ist eine Grundlage. Sie ersetzt aber weder Wissen noch verantwortungsvolle Führung.
Gesundheit und medizinische Versorgung
Unsere Hunde werden entsprechend ihres Alters, ihres individuellen Gesundheitszustandes und der geltenden veterinärrechtlichen Voraussetzungen medizinisch versorgt.
Vor einer grenzüberschreitenden Verbringung werden die jeweils erforderlichen gesundheitlichen und veterinärrechtlichen Voraussetzungen erfüllt.
Dazu gehören insbesondere die vorgeschriebenen Impfungen, die eindeutige Kennzeichnung mittels Mikrochip sowie die erforderlichen Begleit- und Identifikationsdokumente.
Unsere Hunde verfügen bei der Ausreise über einen EU-Heimtierausweis.
Kastrationen erfolgen entsprechend unseren Grundsätzen unter Berücksichtigung des Alters, des Gesundheitszustandes und der individuellen medizinischen Voraussetzungen des jeweiligen Hundes.
Sind uns Erkrankungen, gesundheitliche Einschränkungen oder relevante medizinische Befunde bekannt, werden diese gegenüber den zukünftigen Adoptanten offen kommuniziert.
Wir verschweigen keine uns bekannten gesundheitlichen Probleme, nur damit ein Hund schneller ein Zuhause findet.
Transparenz gehört für mich zwingend zu verantwortungsvollem Tierschutz.
Schutzvertrag, Schutzgebühr und Transport
Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind und wir zu der Überzeugung kommen, dass Hund und Mensch zusammenpassen, wird die Übernahme durch einen entsprechenden Schutzvertrag geregelt.
Unsere Hunde werden gegen eine Schutzgebühr abgegeben.
Die grenzüberschreitende Verbringung unserer Hunde erfolgt durch uns mit einem behördlich zugelassenen beziehungsweise entsprechend registrierten Tiertransportfahrzeug und unter Einhaltung der geltenden tierschutz- und veterinärrechtlichen Transportvorschriften.
Die Transporte werden ordnungsgemäß angemeldet und über das europäische TRACES-System (Trade Control and Expert System) dokumentiert. Die jeweils erforderlichen veterinärrechtlichen Begleitdokumente werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben erstellt und mitgeführt.
Für den Transport fallen zusätzlich Transportkosten an.
Die Schutzgebühr stellt keinen Kaufpreis für den Hund dar.
Sie trägt einen Teil der Kosten, die im Rahmen der Aufnahme, Unterbringung und Versorgung unserer Hunde entstehen. Dazu gehören unter anderem tierärztliche Untersuchungen und Behandlungen, Impfungen, Mikrochipkennzeichnung, EU-Heimtierausweis, Kastrationen und Medikamente.
Bei vielen Hunden liegen die tatsächlich entstandenen Aufwendungen deutlich über der Schutzgebühr.
Gleichzeitig erfüllt die Schutzgebühr auch einen Schutzgedanken:
Ein Lebewesen sollte niemals wie ein kostenlos abzugebender Gegenstand behandelt werden.
Die Ausreise
Eine Ausreise erfolgt erst, wenn die erforderlichen Voraussetzungen für die grenzüberschreitende Verbringung erfüllt sind.
Unsere Transporte erfolgen legal, angemeldet und unter Beachtung der einschlägigen veterinärrechtlichen und tierschutzrechtlichen Bestimmungen.
Über TRACES wird die grenzüberschreitende Verbringung entsprechend den geltenden Vorgaben dokumentiert und für die beteiligten zuständigen Behörden nachvollziehbar gemacht.
Vor der Ausreise müssen die für den jeweiligen Hund vorgeschriebenen gesundheitlichen, identifikationsbezogenen und dokumentarischen Voraussetzungen erfüllt sein.
Die Hunde reisen mit den erforderlichen Begleitdokumenten und werden während des Transportes entsprechend den geltenden Anforderungen versorgt und gesichert.
Eine persönliche Abholung direkt bei uns auf der Paradise of Dogs LebensRanch ist nach vorheriger Absprache ebenfalls möglich. Auch hierbei müssen selbstverständlich die jeweils geltenden gesetzlichen und veterinärrechtlichen Voraussetzungen eingehalten werden.
Die Ankunft im neuen Zuhause
Mit der Ankunft beginnt für den Hund eine der wichtigsten Phasen überhaupt.
Für den Menschen ist es häufig der Tag, auf den er sich seit Wochen freut.
Für den Hund bedeutet dieser Tag zunächst eine massive Veränderung seiner bisher bekannten Lebensumstände.
Neue Bezugspersonen, Gerüche, Geräusche und Umweltreize, andere Tagesabläufe sowie ein vollständig neues Lebensumfeld müssen verarbeitet werden.
Auch die bisher vertrauten sozialen Strukturen fallen weg.
Die anschließende Adaptions- und Eingewöhnungsphase benötigt Zeit.
Stressreaktionen können sich dabei sehr unterschiedlich zeigen.
Manche Hunde ziehen sich zunächst zurück. Andere zeigen Unruhe, ein erhöhtes Schlafbedürfnis, vorübergehende Veränderungen des Fressverhaltens, ein starkes Bedürfnis nach Nähe oder zunächst ein scheinbar vollkommen unkompliziertes Verhalten.
Bestimmte Verhaltensweisen können auch erst sichtbar werden, wenn der Hund begonnen hat, sich in seiner neuen Umgebung sicherer zu fühlen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas schiefläuft.
Der Hund muss erst einmal ankommen dürfen.
Und dafür benötigt er vor allem Ruhe, Sicherheit, Orientierung und verlässliche Strukturen.
Bitte veranstalten Sie deshalb in den ersten Tagen keine Willkommensparty.
Nicht sämtliche Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder müssen den Neuankömmling sofort kennenlernen.
Geben Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, zunächst seine neue Umgebung und vor allem seine neuen Bezugspersonen kennenzulernen.
Sicherheitsmanagement und Sicherung
Dieser Punkt ist mir besonders wichtig:
Die Sicherung eines neu angekommenen Hundes ist nicht verhandelbar.
Ein Hund kann sich bei uns zuverlässig, menschenbezogen und entspannt zeigen und in einer ihm vollkommen unbekannten Umgebung dennoch mit Flucht- oder Meideverhalten reagieren.
Stress, Angst und eine Reizüberflutung können das Verhalten eines Hundes erheblich beeinflussen.
Ein gerade angekommener Hund verfügt noch über keine stabile Bindung zu seinen neuen Bezugspersonen und besitzt keine sichere Orientierung in seinem neuen Lebensumfeld.
Deshalb ist in der ersten Zeit ein konsequentes Sicherheitsmanagement erforderlich.
Je nach Hund gehört dazu insbesondere eine zuverlässige und korrekt angepasste Sicherung mit geeigneter Ausrüstung. Wenn für einen Hund eine Doppelsicherung vorgegeben oder empfohlen wird, ist diese entsprechend einzuhalten.
Auch Türen, Gartentore, Grundstücksbegrenzungen und das Ein- und Aussteigen aus Fahrzeugen müssen besonders aufmerksam gehandhabt werden.
Ein einziges offenes Gartentor, ein schlecht sitzendes Geschirr oder der Gedanke „Der bleibt schon bei mir“ können innerhalb weniger Sekunden schwerwiegende Folgen haben.
Bitte unterschätzen Sie dieses Risiko niemals.
Die ersten Wochen
Ankommen bedeutet nicht, dass ein Hund nach drei Tagen vollständig eingewöhnt ist.
Bindung, Vertrauen, Orientierung und Verhaltenssicherheit entwickeln sich individuell.
Manche Hunde benötigen dafür wenige Wochen, andere wesentlich länger.
Stubenreinheit, Leinenführigkeit, Alleinbleiben, Autofahren, Haushaltsgeräusche oder das Leben in einem Haus beziehungsweise einer Wohnung können für einen Hund selbstverständlich sein und für einen anderen vollkommen neue Anforderungen darstellen.
Deshalb braucht ein Tierschutzhund Geduld.
Geduld bedeutet für mich allerdings nicht, dass ein Hund keinerlei Regeln oder Grenzen benötigt.
Hunde brauchen nachvollziehbare Strukturen, Verlässlichkeit, klare Kommunikation und Orientierung.
Liebe, Ruhe, Konsequenz und verantwortungsvolle Führung schließen sich nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil.
Ein Hund muss nicht am ersten Tag alles können.
Aber er braucht Menschen, an denen er sich orientieren und denen er vertrauen kann.
Unsere Verantwortung endet nicht mit der Übergabe
Unsere Verantwortung ist nicht in dem Moment beendet, in dem ein Hund unsere LebensRanch verlässt.
Wir möchten wissen, wie sich unsere ehemaligen Schützlinge entwickeln.
Wenn Schwierigkeiten auftreten, sprechen Sie bitte frühzeitig mit uns.
Nicht erst dann, wenn ein Problem über Wochen oder Monate besteht, sich bestimmte Verhaltensmuster bereits gefestigt haben und die Situation für Mensch und Hund zunehmend belastend geworden ist.
Viele Schwierigkeiten lassen sich wesentlich besser beurteilen und bearbeiten, wenn frühzeitig reagiert wird.
Auch Nachkontrollen gehören für uns zu einer verantwortungsvollen Abgabe und langfristigen Begleitung unserer Hunde.
Und jetzt kommt der für mich wichtigste Punkt
Ich habe Verantwortung für diese Hunde übernommen.
Für manche für eine bestimmte Zeit.
Für andere für den Rest ihres Lebens.
Und diese Verantwortung gebe ich nicht einfach an den Erstbesten weiter, nur weil jemand sagt:
„Ich möchte diesen Hund.“
Ich kenne meine Hunde.
Ich sehe sie täglich. Ich beobachte ihre Kommunikation. Ich erlebe ihre Entwicklung, ihre Unsicherheiten, ihre Stärken, ihre Grenzen, ihre Macken und ihre ganz eigene Persönlichkeit.
Deshalb entscheide ich nicht danach, wie schnell ein Hund unsere LebensRanch verlassen könnte.
Ich entscheide danach, ob ich diesen Hund mit einem guten Gefühl einem anderen Menschen anvertrauen kann.
Und wenn dieses Gefühl nicht da ist, dann bleibt er.
So einfach ist das.
Vielleicht gefällt diese Konsequenz nicht jedem. Damit kann ich leben.
Denn am Ende muss nicht der Interessent mit meiner Entscheidung leben.
Der Hund muss mit ihr leben.
Viele unserer Hunde haben bereits genug Wechsel, Verlust, Unsicherheit, Angst oder schlechte Erfahrungen hinter sich.
Wenn einer unserer Hunde seine Pfoten hier endgültig durch das Tor setzt und in sein neues Leben fährt, dann möchte ich nicht denken:
Hoffentlich funktioniert es.
Ich möchte denken:
Genau dafür haben wir gekämpft. Genau dort gehörst du hin.
Denn wir suchen keinen Platz, nur damit ein Hund unsere Ranch verlassen hat.
Wir suchen sein Zuhause. Nicht für ein paar Monate. Nicht nur solange alles einfach und unkompliziert ist. Sondern einen Menschen, der auch dann bleibt, wenn das gemeinsame Leben einmal Arbeit bedeutet.Einen Menschen, der seinen Hund nicht nur liebt, sondern bereit ist, ihn wirklich kennenzulernen und verstehen zu lernen.
Einen Menschen, der Verantwortung nicht nur verspricht, sondern übernimmt.
Und wenn wir diesen Menschen gefunden haben, dann kann ich loslassen.
Denn genau das ist für mich Tierschutz.
DOPPELSICHERUNG – WEIL MENSCHLICHE LEICHTSINNIGKEIT HUNDELEBEN KOSTEN KANN!
Wenn einer unserer Hunde in sein neues Zuhause zieht, beginnt für ihn eine komplette Umstellung. Neue Bezugspersonen, eine fremde Umgebung, unbekannte Geräusche, andere Gerüche und völlig neue Außenreize.
Der Hund kennt dort zunächst nichts. Keine vertrauten Wege, keine sicheren Orientierungspunkte und oftmals auch noch keine ausreichend gefestigte Bindung zu seinen neuen Menschen.
Und deshalb sagen wir es ganz klar:
In der Eingewöhnungsphase gehört ein Hund NICHT ungesichert von der Leine!
Nicht nach drei Tagen.
Nicht nach einer Woche.
Nicht, weil er „doch schon so gut hört“.
Nicht, weil man glaubt, der Hund habe bereits eine sichere Bindung aufgebaut.
Ein Hund kann bei einem plötzlichen Schreckreiz innerhalb von Sekunden in Fluchtverhalten wechseln. In einer solchen Stresssituation können Orientierung am Menschen, Rückruf und andere erlernte Signale nicht mehr zuverlässig abrufbar sein.
Gerade ein frisch angekommener Hund befindet sich in einer für ihn völlig neuen Umwelt. Wenn er dort entläuft, kennt er weder sein neues Zuhause noch seine Umgebung. Er hat keine vertrauten Wege und Orientierungspunkte, an denen er sich sicher orientieren kann.
Kommt dann Angst oder Panik hinzu, kann sich das Fluchtverhalten immer weiter verstärken. Der Hund entfernt sich möglicherweise immer weiter, reagiert nicht mehr auf vertraute Stimmen und kann selbst vor seinen neuen Bezugspersonen ausweichen.
DIE ÜBERNAHME: HUND INS AUTO UND DIREKT NACH HAUSE!
Auch das sagen wir unseren neuen Besitzern immer wieder ganz deutlich:
Wenn ihr euren Hund übernehmt, bringt ihn sicher ins Auto und fahrt mit ihm direkt nach Hause.
Es braucht nach der Übernahme keinen ersten Spaziergang am Übergabeort, keinen kleinen Ausflug, keine Kennenlernrunde auf einem Rastplatz und erst recht keinen Spaziergang in der Nähe einer Autobahn oder einer stark befahrenen Straße.
Der Hund hat in diesem Moment bereits genug zu verarbeiten.
Transport, fremde Menschen, neue Gerüche, neue Geräusche und anschließend neue Besitzer. Sein gesamtes bisheriges Bezugssystem verändert sich. Zusätzliche Reize und unnötige Situationen erhöhen lediglich das Risiko.
Übernahme. Sicher ins Fahrzeug. Fahrzeugtüren schließen. Direkt nach Hause.
Und auch dort gilt nicht: Jetzt muss der Hund sofort alles kennenlernen.
Lasst ihn erst einmal ankommen und zur Ruhe kommen.
Gebt ihm einen geschützten Rahmen, klare Abläufe und Zeit. Er muss nicht am ersten Tag die Nachbarschaft erkunden, Besuch kennenlernen oder ein volles Programm absolvieren.
Gerade in den ersten Stunden und Tagen ist ein konsequentes Reiz- und Sicherheitsmanagement wichtig. Weniger ist hier oftmals deutlich mehr.
Denn auch bei der Übergabe und unmittelbar danach hat es bereits genügend schwere Zwischenfälle gegeben, weil Menschen Sicherheitsanweisungen nicht ernst genommen haben.
Wir geben solche Hinweise nicht aus Langeweile. Wir geben sie, weil Erfahrung gezeigt hat, wie schnell wenige Sekunden Unachtsamkeit katastrophale Folgen haben können.
UNSERE HUNDE REISEN BEREITS ENTSPRECHEND AUSGESTATTET AUS
Alle unsere Hunde reisen grundsätzlich und ohne Ausnahme mit beidem aus: mit einem passenden Halsband UND einem gut sitzenden Geschirr oder einem speziellen Sicherheitsgeschirr.
Die Voraussetzungen für eine vernünftige Doppelsicherung sind bei der Übergabe also bereits vorhanden. Niemand muss die notwendige Grundausstattung erst nach der Ankunft des Hundes besorgen.
Im neuen Zuhause wird die Leine über zwei unabhängige Sicherungspunkte befestigt, idealerweise mit einer geeigneten Leine mit zwei Karabinern: ein Karabiner am Geschirr, der zweite am Halsband.
Damit besteht eine redundante Sicherung. Sollte sich der Hund aus einem Sicherungselement herauswinden oder ein Verschluss bzw. Karabiner versagen, besteht weiterhin eine zweite Verbindung.
Zusätzlich empfehlen wir einen GPS-Tracker. Dieser ersetzt niemals die mechanische Doppelsicherung, kann aber im Ernstfall eine enorme Hilfe sein, um einen entlaufenen Hund möglichst schnell zu lokalisieren.
UND JETZT KOMMT DER TEIL, DEN ICH GANZ BEWUSST KNALLHART SAGE:
Manchmal bringt nicht das Schicksal einen Hund in Lebensgefahr.
Manchmal ist es schlicht die Dummheit, Leichtsinnigkeit oder Selbstüberschätzung des Menschen.
Und ja, das sage ich genau so.
Wenn wir ausdrücklich sagen: „Lasst diesen Hund nicht von der Leine und sichert ihn doppelt“, dann sagen wir das nicht zum Spaß und auch nicht, weil wir neue Besitzer bevormunden möchten.
Wir sagen es aus Erfahrung. Aus verdammt bitterer Erfahrung.
Wir haben bereits erlebt, dass ein Hund wenige Tage nach seiner Ankunft von der Leine gelassen wurde, weil man meinte, es würde schon funktionieren. Der Hund lief weg und gelangte auf eine Autobahn. Polizei und Feuerwehr mussten ausrücken und die Autobahn musste gesperrt werden.
Wir haben erlebt, dass ein Hund durch ein nicht geschlossenes Tor entlaufen konnte und anschließend vor seinem eigenen Zuhause überfahren wurde.
Und wir haben Hunde erlebt, die nach ihrer Ankunft im neuen Zuhause viel zu früh von der Leine gelassen wurden und anschließend über Wochen verschwunden waren.
Dann beginnt nämlich das, was sich vorher offensichtlich niemand vorstellen wollte.
Es müssen Sichtungen ausgewertet, Suchgebiete eingegrenzt und professionelle Suchmaßnahmen eingeleitet werden. Mantrailer beziehungsweise speziell ausgebildete Suchhunde müssen eingesetzt und Lebendfallen aufgestellt werden. Teilweise dauert es Wochen, bis ein entlaufener Hund überhaupt so weit lokalisiert und an eine Futterstelle gebunden werden kann, dass schließlich eine Sicherung über eine Lebendfalle möglich wird.
Und während dieser ganzen Zeit ist der Hund draußen.
In einer Umgebung, die er nicht kennt.
Er ist Straßenverkehr, Witterung und unzähligen weiteren Gefahren ausgesetzt. Gleichzeitig kann der permanente Stress dazu führen, dass sein Flucht- und Meideverhalten immer stärker wird.
Ein Hund, der gerade erst in sein neues Zuhause gekommen ist, kann nicht wissen, wo er hingehört. Er kennt seinen neuen Wohnort noch nicht so, wie ein Hund ihn nach Monaten oder Jahren kennt. Genau deshalb kann eine Flucht in der ersten Zeit besonders gefährlich werden.
Und das alles möglicherweise nur, weil jemand meinte:
„Ach, ich kann ihn doch mal von der Leine lassen.“
Nein.
Genau deshalb sagen wir es vorher.
Wir retten keine Hunde aus Tötungsstationen, von der Straße oder aus schlechter Haltung. Wir kämpfen um sie, versorgen sie medizinisch, päppeln sie auf, geben ihnen Sicherheit und suchen ihnen ein Zuhause, damit sie dort nicht aufgrund menschlicher Nachlässigkeit ihr Leben verlieren.
Ein offenes Tor ist kein „dumm gelaufen“.
Einen frisch übernommenen Hund von der Leine zu lassen, obwohl ausdrücklich davon abgeraten wurde, ist kein „konnte ja keiner wissen“.
Und nach einer Übergabe mit einem völlig fremden Hund an einer Autobahn oder auf einem Rastplatz erst einmal spazieren zu gehen, obwohl ausdrücklich gesagt wurde, ihn direkt sicher ins Auto zu bringen, ist ebenfalls kein unvermeidbarer Unfall.
Doch. Man konnte es wissen. Man wurde darauf hingewiesen.
Und genau an diesem Punkt hört bei mir jedes Verständnis auf.
Wer einen Hund übernimmt, übernimmt Verantwortung für ein Lebewesen. Dazu gehört ein konsequentes Sicherheitsmanagement. Türen und Tore werden kontrolliert und zuverlässig geschlossen, Grundstücke entsprechend gesichert, beim Ein- und Aussteigen aus Fahrzeugen wird aufgepasst und Spaziergänge erfolgen in der Eingewöhnungsphase konsequent gesichert.
„Der hört schon.“
„Der bleibt bei mir.“
„Ich kenne Hunde.“
„Ich wollte doch nur kurz mit ihm laufen.“
„Bei mir passiert so etwas nicht.“
Das sind keine Sicherheitsmaßnahmen.
Das sind Sätze, die im schlimmsten Fall ausgesprochen wurden, bevor ein Hund verschwunden, verletzt oder tot war.
Natürlich kann trotz größter Sorgfalt immer etwas Unvorhersehbares passieren. Niemand kann jedes Risiko vollständig ausschließen.
Aber es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen einem Unfall trotz verantwortungsvoller Sicherung und einem Unglück, weil eindeutige Sicherheitsmaßnahmen ignoriert wurden.
Unsere Hunde haben oftmals schon genug durchgemacht. Wenn sie endlich in ihrem Zuhause angekommen sind, sollen sie dort eines:
LEBEN.
Deshalb: Nach der Übernahme direkt und sicher nach Hause. Lasst euren Hund erst einmal ankommen und zur Ruhe kommen. Sichert ihn doppelt. Kontrolliert Türen und Tore. Lasst ihn nicht vorschnell frei laufen. Gebt ihm Zeit, Bindung, Vertrauen und Orientierung aufzubauen.
Und hört verdammt noch mal auf die Menschen, die euch diese Hinweise nicht ohne Grund geben.
Denn manchmal entscheidet nicht der Hund darüber, ob er sicher nach Hause kommt.
Manchmal entscheidet die Vernunft seines Menschen darüber, ob er überhaupt noch nach Hause kommt.
Sicherheit ist keine Frage davon, wie sehr ihr eurem Hund vertraut.
Sicherheit ist eure Verantwortung. Punkt.