Aslan musste operiert werden! 205€/800€. Mehr dazu unter "Tiernotfälle"
Warum verzichten wir auf Freizeit, Freiheit, Urlaub und auf so viele Dinge, die für andere Menschen völlig normal sind?
Warum stehen unsere Hunde morgens als Erstes und abends als Letztes auf dem Plan?
Warum verbringen wir Weihnachten, Ostern und vor allem Silvester bei unseren Tieren, statt irgendwo gemütlich mit Familie oder Freunden zu sitzen?
Weil wir uns für dieses Leben entschieden haben. Für die Tiere. Für Hunde, die keiner mehr haben will. Für die Alten und Kranken. Für die Schwierigen. Für die, die irgendwann lästig geworden sind. Für die Hunde, die von Menschen enttäuscht, misshandelt oder einfach weggeworfen wurden. Für diejenigen, die auf der Straße ums Überleben kämpfen und für die Hunde, die in Tötungsstationen hinter Gittern sitzen und auf den Tod warten. Und auch für die, die nach allem, was sie erlebt haben, überhaupt kein Vertrauen mehr in uns Menschen haben.
Dafür machen wir Tierschutz. Natürlich könnte unser Leben anders aussehen.
Wir könnten in den Urlaub fahren. Wir könnten am Wochenende sagen: Heute machen wir einfach mal gar nichts. Wir könnten unser Geld öfter für uns selbst ausgeben, unser Zuhause verschönern, essen gehen oder einfach spontan irgendwohin fahren.
Aber unser Leben sieht eben anders aus.
Wenn morgens die Augen aufgehen, beginnt der Tag mit den Hunden.
Füttern, Wasser, sauber machen, Medikamente geben, kontrollieren, beobachten und schauen, ob wirklich alle in Ordnung sind.
Und nur weil es irgendwann Abend wird, bedeutet das noch lange nicht, dass Feierabend ist.
Ich kann nicht sagen: Jetzt ist 20 Uhr, jetzt interessiert mich nichts mehr.
Wenn ein Hund krank ist, bin ich da. Wenn Medikamente alle zwei Stunden gegeben werden müssen, dann klingelt eben alle zwei Stunden der Wecker. Wenn nachts irgendwo ein Geräusch anders klingt als sonst, stehe ich auf und schaue nach.
Und ja, manchmal würde ich verdammt gerne einfach schlafen. Aber wenn einer meiner Hunde mich braucht, dann braucht er mich. So einfach ist das. Auch Feiertage ändern daran nichts. Weihnachten haben die Hunde genauso Hunger wie an jedem anderen Tag. An Ostern müssen die Gehege genauso sauber gemacht werden. Und gerade an Silvester kann ich meine Hunde ganz sicher nicht alleine lassen, wenn einige von ihnen wegen der Knallerei Angst haben. Das gehört zu unserem Leben. Genauso wie Regen, Schnee, Schlamm und Kälte. Genauso wie im Sommer die Hitze. Genauso wie Kratzer, blaue Flecken, dreckige Klamotten und Tage, an denen man eigentlich überhaupt keine Kraft mehr hat und trotzdem weitermacht.
Und dann kommt irgendwann genau der Moment, der einem wieder zeigt, warum man das alles macht. Wenn ein Hund, der vor Menschen nur Angst hatte, plötzlich von selbst auf einen zukommt. Wenn sich einer zum ersten Mal anfassen lässt. Wenn ein Hund, der sein Leben lang nur ums Überleben kämpfen musste, irgendwann tief und entspannt schläft. Wenn ein alter Hund, den keiner mehr wollte, plötzlich wieder Lebensfreude bekommt. Wenn einer anfängt zu spielen, obwohl er vorher überhaupt nicht wusste, was Spielen bedeutet.
Das sind unsere Momente. Da brauche ich keinen Urlaub und keinen Applaus. Dann stehe ich da, schaue diesen Hund an und weiß wieder ganz genau, warum ich dieses Leben gewählt habe.
Wir können nicht ändern, was diese Hunde erlebt haben. Wir können ihnen ihre Vergangenheit nicht nehmen. Aber wir können verdammt noch mal dafür sorgen, dass der Rest ihres Lebens besser wird.
Und genau das versuchen wir jeden einzelnen Tag.
Manche unserer Hunde werden irgendwann in ein eigenes Zuhause ziehen. Andere werden vielleicht niemals vermittelt werden können. Dann bleiben sie eben bei uns. Denn für mich hört Verantwortung nicht bei den einfachen Hunden auf. Gerade diejenigen, die ihre Geschichte mit sich herumtragen, brauchen Menschen, die nicht wieder aufgeben, sobald es schwierig wird.
Tierschutz bedeutet für mich auch nicht, einen Hund zu retten, ein schönes Foto zu machen und sich dafür feiern zu lassen. Die eigentliche Arbeit sieht meistens niemand. Niemand sieht jede schlaflose Nacht. Niemand sieht jede Sorge. Niemand sieht, wie oft man rechnet und überlegt, was diesen Monat noch bezahlt werden muss. Niemand steht daneben, wenn man nachts bei einem kranken Hund sitzt. Und niemand fühlt die Entscheidungen mit, bei denen man manchmal selbst am liebsten zusammenbrechen würde. Aber genau das gehört dazu.
Tierschutz ist für mich kein Hobby. Und schon gar keine Bühne. Tierschutz ist mein Leben. Ich habe mich dafür entschieden und ich würde mich wieder dafür entscheiden.
Denn es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als einen Hund anzusehen, der durch Menschen fast alles verloren hatte und irgendwann wieder glücklich vor einem steht.
Einen Hund, den keiner mehr wollte und der plötzlich wieder dazugehört.
Einen Hund, der gelernt hat:
Hier werde ich nicht wieder abgeschoben.
Hier muss ich nicht um mein Futter kämpfen.
Hier tut mir keiner weh.
Hier bin ich sicher.
Hier darf ich einfach Hund sein.
Und genau deshalb weiß ich auch, was dieses Leben kostet. Nicht nur finanziell. Es kostet Zeit, Kraft, Nerven, Schlaf und manchmal auch verdammt viele Tränen.
Aber dann schaue ich unsere Hunde an und weiß: Ich würde es wieder tun.
Für die Alten.
Für die Kranken.
Für die Schwierigen.
Für die Vergessenen.
Für die, die keiner mehr haben will.
Dafür machen wir Tierschutz.
Denn Tierschutz hat man nicht im Ego.
Tierschutz hat man im Herzen.