Aslan musste operiert werden! 205€/800€. Mehr dazu unter "Tiernotfälle"
EIN THEMA, ÜBER DAS MAN OFFEN SPRECHEN MUSS
Wer viele Hunde aufnimmt, Hunde aus schlechter Haltung rettet oder Tiere aus Tötungsstationen übernimmt, wird früher oder später damit konfrontiert. Und eines kann ich aus Erfahrung sagen: Giardien sollte man ernst nehmen, aber man muss auch keine Panik daraus machen.
Giardien sind winzig kleine Darmparasiten. Das eigentliche Problem sind ihre widerstandsfähigen Zysten, die mit dem Kot ausgeschieden werden und anschließend wieder von anderen Hunden aufgenommen werden können.
Und dafür muss kein Hund einen Kothaufen fressen.
Es reicht unter Umständen schon, wenn Pfoten, Fell, Böden, Näpfe, Decken, Spielzeug oder andere Flächen verunreinigt sind. Auch kontaminiertes Wasser kann eine Infektionsquelle darstellen.
Gerade dort, wo mehrere Hunde zusammenleben, kann sich daraus schnell ein Kreislauf entwickeln.
Ein Hund wird behandelt, scheidet weiterhin Zysten aus oder nimmt sie aus seiner Umgebung erneut auf und schon beginnt das Ganze wieder von vorne.
Genau deshalb reicht für mich eines nicht: nur Medikamente geben.
Natürlich gehört die Behandlung in die Hände eines Tierarztes. Aber gleichzeitig muss man sich um die Umgebung kümmern.
Kot wird so schnell wie möglich entfernt. Decken, Handtücher und waschbare Liegeflächen werden regelmäßig gewechselt und möglichst heiß gewaschen. Näpfe, Boxen, Böden und geeignete Gegenstände müssen gründlich gereinigt werden.
Und etwas, was gerne vergessen wird: der Hund selbst.
Wenn sich beispielsweise Kot oder infektiöses Material am Fell rund um den Po oder an den Pfoten befindet, kann sich ein Hund theoretisch selbst wieder infizieren. Deshalb gehört für mich auch die Reinigung verschmutzter Fellbereiche zur konsequenten Hygiene dazu.
Was Giardien besonders hartnäckig macht, ist Feuchtigkeit. In einer feuchten Umgebung können die Zysten wesentlich länger überleben. Deshalb ist nicht nur das Reinigen wichtig, sondern auch das anschließende gründliche Trocknen.
Wir setzen zusätzlich auf Ozon
Auch ein Ozongerät kann zur zusätzlichen Behandlung von Räumen eingesetzt werden. Ozon besitzt eine stark oxidierende Wirkung und kann unter geeigneten Bedingungen auch Giardia-Zysten inaktivieren.
Aber ich möchte hier ganz bewusst nichts versprechen, was fachlich nicht haltbar ist:
Ein Ozongerät ersetzt keine gründliche Reinigung.
Für mich ist es eine zusätzliche Maßnahme. Erst wird gereinigt und organisches Material entfernt. Textilien werden gewaschen, Näpfe und Flächen entsprechend behandelt und danach kann Ozon ergänzend eingesetzt werden.
Und hier gilt absolute Vorsicht: Während einer Ozonbehandlung dürfen sich weder Menschen noch Tiere im Raum befinden. Ozon ist gesundheitsschädlich, wenn es eingeatmet wird. Nach der Anwendung muss entsprechend den Vorgaben des jeweiligen Gerätes ausreichend gelüftet werden.
Und noch etwas ist mir wichtig
Ein Hund mit Giardien ist kein „dreckiger Hund“ und Giardien bedeuten auch nicht automatisch, dass irgendwo schlechte hygienische Zustände herrschen.
Gerade im Tierschutz kommen Hunde aus den unterschiedlichsten Verhältnissen zu uns. Wir wissen teilweise nicht, wo sie vorher gelebt haben, welches Wasser sie getrunken haben, mit welchen Tieren sie Kontakt hatten oder welchen Parasiten sie bereits ausgesetzt waren.
Ein Hund kann Giardien außerdem in sich tragen und ausscheiden, ohne dass man ihm überhaupt etwas anmerkt.
Andere Hunde wiederum bekommen Durchfall, schleimigen Kot, Blähungen, Bauchprobleme, verlieren Gewicht oder zeigen immer wieder Beschwerden, die zwischenzeitlich sogar verschwinden können.
Deshalb gehört bei einem Verdacht für mich eine vernünftige Kotuntersuchung genauso dazu wie eine konsequente Behandlung und Hygiene.
Mein Fazit aus vielen Jahren Tierschutz:
Giardien sind lästig.
Giardien sind ansteckend.
Giardien können verdammt hartnäckig sein.
Aber Giardien sind kein Weltuntergang.
Man muss wissen, womit man es zu tun hat und konsequent handeln.
Nicht nur den Hund behandeln und hoffen, dass damit alles erledigt ist, sondern Hund und Umgebung gleichzeitig im Blick behalten.
Denn gerade bei Giardien entscheidet Konsequenz darüber, ob man den Kreislauf durchbricht oder sich über Wochen immer wieder im Kreis dreht.
Und genau deshalb finde ich Aufklärung darüber so wichtig.