Aslan musste operiert werden! 205€/800€. Mehr dazu unter "Tiernotfälle"
Eine Seite, über die kaum jemand offen spricht.
Jetzt kommen wir mal zu einem Thema, bei dem sich wahrscheinlich der eine oder andere auf den Schlips getreten fühlt.
Neid. Missgunst. Hass. Hetze.
Ja, auch das gehört leider zum Tierschutz. Und manchmal frage ich mich wirklich, ob einige vor lauter Beobachten, Lästern und Schlechtreden überhaupt noch Zeit haben, sich um ihre eigenen Tiere zu kümmern.
Eigentlich sollte man meinen, Menschen im Tierschutz hätten ein gemeinsames Ziel:
Tiere retten. Tiere schützen. Tieren ein besseres Leben ermöglichen.
Eigentlich.
Denn bei manchen hört die große Tierliebe offenbar genau dort auf, wo ein anderer Tierschützer oder ein anderer Verein/eine andere Organisation erfolgreich ist.
Da bekommt jemand viele Spenden und schon wird gerechnet.
Da wächst die Reichweite und plötzlich wird hinterfragt, warum ausgerechnet derjenige so viele Menschen erreicht.
Da funktioniert ein Spendenaufruf richtig gut und irgendwo sitzt garantiert schon jemand mit dem Taschenrechner und bekommt Schnappatmung.
Ganz ehrlich?
Mich kotzt diese Scheiße an.
Nicht, weil ich keine Kritik vertrage.
Wer mich kennt, weiß sowieso: Ich bin durchaus kritikfähig. Man muss nur anschließend damit leben können, dass ich auch antworte.
Wer öffentlich Tierschutz betreibt, Spenden sammelt und Verantwortung für Tiere übernimmt, muss Fragen beantworten können. Das gehört für mich zu Transparenz und seriöser Arbeit dazu.
Wenn jemand etwas wissen möchte, dann soll er fragen.
Ich habe einen Mund. Der funktioniert hervorragend. Manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu gut.
Aber hört endlich auf, Hetze als Kritik zu verkaufen.
Kritik basiert auf Fakten.
Hetze basiert auf Gerüchten, Halbwahrheiten und dem berühmten Satz: „Ich habe gehört …“
Bei diesem Satz könnte ich übrigens mittlerweile schon weglaufen.
Du hast gehört? Wunderbar. Dann geh zu dem Menschen, um den es geht, und frag nach.
Aber nein.
Manchmal ist es natürlich viel spannender, wenn eine Geschichte erst einmal durch fünf Hände geht. Am Ende wurde aus einem kranken Hund wahrscheinlich ein Elefant und aus einer Tierarztrechnung eine Villa mit Swimmingpool.
Willkommen im Tierschutz.
Und genau da hört für mich der Spaß auf.
Denn wenn Menschen bewusst versuchen, die Arbeit anderer Tierschützer, Vereine/Organisationen kaputtzumachen, Unterstützer zu verunsichern oder Spender gegeneinander aufzubringen, dann hat das mit Tierschutz für mich nichts mehr zu tun.
Das ist Kindergarten auf Kosten der Tiere.
Und dafür habe ich weder Verständnis noch Zeit.
Wenn aufgrund solcher Gerüchte zehn Menschen ihre Unterstützung einstellen, dann trifft das nämlich nicht den Tierschützer, dem man unbedingt eins auswischen wollte.
Es trifft die Tiere.
Das Futter bezahlt sich nicht mit Gerüchten.
Der Tierarzt akzeptiert leider auch kein „Aber die hat gesagt …“ als Zahlungsmittel.
Wäre manchmal praktisch, funktioniert aber nicht.
Und genau deshalb verstehe ich diese Missgunst bis heute nicht.
Wenn ein seriöser Verein/eine seriöse Organisation einen großen Spendenaufruf schafft, freue ich mich.
Wenn jemand eine enorme Reichweite aufgebaut hat und damit Tiere retten kann, dann wünsche ich ihm noch mehr Reichweite.
Wenn irgendwo 100 Säcke Futter gebraucht werden und am nächsten Tag alle finanziert sind, denke ich doch nicht: „Warum die und nicht wir?“
Ich denke: Geil. Die Tiere haben Futter.
So einfach könnte Tierschutz manchmal sein.
Aber offensichtlich ist es für manche Menschen schwer zu ertragen, wenn andere erfolgreich sind.
Dabei fallen Unterstützer, Vertrauen und Reichweite nicht vom Himmel.
Dahinter stecken Arbeit, Transparenz, Präsenz, schlaflose Nächte, Verantwortung und vor allem Jahre, in denen Menschen beobachten, ob das, was man erzählt, auch mit dem übereinstimmt, was man tatsächlich tut.
Vertrauen muss man sich erarbeiten.
Und wer jahrelang gute Arbeit leistet, darf irgendwann auch die Früchte davon sehen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.
Vielleicht sollte man deshalb manchmal weniger Zeit damit verbringen, zu schauen, was beim Nachbarn im Spendennapf liegt, und mehr Zeit damit, den eigenen ordentlich aufzustellen.
Ups.
War jetzt vielleicht böse.
Aber wahr.
Und natürlich machen wir im Tierschutz Fehler.
Auch ich.
Ich treffe jeden Tag Entscheidungen. Manche sind einfach, manche sind verdammt schwer und manche müssen innerhalb weniger Minuten getroffen werden.
Wer behauptet, nach vielen Jahren Tierschutz noch nie eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, hat entweder nie Entscheidungen getroffen oder ein erstaunlich kreatives Verhältnis zur Wahrheit.
Ich habe kein Problem damit zu sagen: Ja, auch ich habe Fehler gemacht.
Aber Fehler sind etwas vollkommen anderes als schlechte Arbeit.
Und genau deshalb darf und soll man hinschauen.
Fragt nach.
Seid kritisch.
Schaut euch an, wie Tiere gehalten werden.
Schaut, ob transparent gearbeitet wird.
Schaut, ob medizinisch versorgt wird.
Aber wenn ihr nichts wisst, dann verkauft eure Vermutungen nicht als Tatsachen.
Und hört auf, Menschen öffentlich durch den Dreck zu ziehen, nur weil euch ihre Art, ihre Meinung, ihre Reichweite oder ihr Erfolg nicht passt.
Ich muss nicht jeden Tierschützer mögen.
Und mich muss auch nicht jeder mögen.
Wer mich kennt, weiß: Damit könnte ich sowieso nicht dienen.
Ich bin direkt.
Ich sage, was ich denke.
Ich treffe meine Entscheidungen und stehe dafür gerade.
Und wenn jemand damit nicht klarkommt, wird die Erde sich trotzdem weiterdrehen.
Was ich aber niemals tun werde, ist einem anderen seriösen Tierschützer Steine in den Weg zu legen, nur weil er etwas erreicht hat, was ich vielleicht gerade nicht erreicht habe.
Denn wir haben verdammt noch mal genug echte Probleme.
Tiere werden ausgesetzt.
Hunde werden misshandelt.
Tiere verhungern.
Tötungsstationen sind voll.
Tierarztkosten explodieren.
Futter muss bezahlt werden.
Kranke und alte Tiere brauchen Versorgung.
Und jeden Tag warten irgendwo Tiere darauf, dass jemand hinschaut und ihnen hilft.
Und während all das passiert, beschäftigen sich erwachsene Menschen damit, welcher Verein/welche Organisation mehr Likes, mehr Spender oder den größeren Unterstützerkreis hat?
Ernsthaft?
Vielleicht einfach mal das Handy weglegen, vor die eigene Tür gehen und eine Runde arbeiten.
Soll helfen.
Denn Tierschutz ist kein Wettbewerb.
Es gibt keinen Pokal.
Keine Goldmedaille.
Und am Jahresende steht auch keiner mit einem Blumenstrauß vor der Tür und sagt:
„Herzlichen Glückwunsch, du warst dieses Jahr der geilste Tierschützer.“
Schade eigentlich. Ich hätte schon einen Platz für den Pokal.
Aber genau darum geht es nicht.
Es geht um die Tiere.
Und einem geretteten Hund ist es einen Scheißdreck wert, welcher Vereinsname über seinem Napf steht.
Er weiß nicht, wie viele Follower wir haben.
Er kennt keine Facebook-Statistiken.
Er weiß nicht, ob Verein A mehr Spenden bekommen hat als Organisation B.
Er weiß nur:
Bin ich sicher?
Habe ich etwas zu fressen?
Bekomme ich Hilfe, wenn ich krank bin?
Ist da jemand, der mich nicht wieder im Stich lässt?
Das ist Tierschutz.
Alles andere sind menschliche Eitelkeiten.
Und davon haben unsere Tiere rein gar nichts.
Also weniger Neid. Weniger Missgunst. Weniger Gegeneinander.
Und dafür vielleicht wieder ein bisschen mehr von dem, weshalb wir irgendwann alle einmal angefangen haben:
Den Arsch hochbekommen und Tieren helfen.
Denn wer wirklich für Tiere kämpft, hat eigentlich genug zu tun.
Für Hass und Neid müsste man sich die Zeit schon extra freischaufeln.
Und dafür wäre mir meine schlichtweg zu schade.